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	<description>lernen - denken - handeln</description>
	<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 09:48:16 +0000</pubDate>
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		<title>Vom Einblicken und Durchschauen – Die Metaphorik des Sehens</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Oct 2008 16:07:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Die sinnliche Wahrnehmung geh&#246;rt zu den elementarsten Erfahrungen des Menschen, gerade das Sehen spielt in unserem Kulturkreis eine gro&#223;e Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Erfahrungen auch metaphorisch in der Sprache generell wie auch speziell im Kontext des Lernens wiederfinden lassen.</p>
<p>Es gilt, Zusammenh&#228;nge zu <em>sehen</em> und zu <em>erkennen</em>, <em>Einblick</em> in Themenbereiche zu bekommen und sie zu <em>durchschauen</em>, <em>Erkenntnis</em> gewinnen oder einfach generell mehr <em>durchzublicken</em>. Um von einem Anderen zu lernen, kann man ihm &#252;ber die Schulter <em>schauen</em> oder sich etwas bei oder von ihm <em>abgucken</em>. LERNEN IST demnach SEHEN:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die sinnliche Wahrnehmung geh&ouml;rt zu den elementarsten Erfahrungen des Menschen, gerade das Sehen spielt in unserem Kulturkreis eine gro&szlig;e Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Erfahrungen auch metaphorisch in der Sprache generell wie auch speziell im Kontext des Lernens wiederfinden lassen.</p>
<p>Es gilt, Zusammenh&auml;nge zu <em>sehen</em> und zu <em>erkennen</em>, <em>Einblick</em> in Themenbereiche zu bekommen und sie zu <em>durchschauen</em>, <em>Erkenntnis</em> gewinnen oder einfach generell mehr <em>durchzublicken</em>. Um von einem Anderen zu lernen, kann man ihm &uuml;ber die Schulter <em>schauen</em> oder sich etwas bei oder von ihm <em>abgucken</em>. LERNEN IST demnach SEHEN:</p>
<blockquote><p>&quot;Sch&uuml;ler wollen auch <em>sehen</em>, wo ihre Grenzen sind&quot; (L1, Z. 149-150).<br />
&quot;&#8230; aber sie haben dann doch <em>gesehen</em>, dass wir das massiv eingefordert haben&quot; (L1, Z. 295-296).<br />
&quot;Ja und das zeigt, dass es vielleicht in manchen F&auml;chern auch schwer ist, Sch&uuml;ler wirklich zu <em>sehen</em>, wie sie denken, wie sie &uuml;berlegen, wie sie nachdenken&quot; (L1, Z. 396-398).<br />
&quot;&#8230; das hat mir also gro&szlig;artige <em>Perspektiven</em> er&ouml;ffnet&quot; (L2, Z. 741-742). </p></blockquote>
<p>Die Metaphorik des Sehens l&auml;sst sich in zwei weitere Dichotomien unterteilen: hell/dunkel und klar/tr&uuml;be. Im ersten Fall steht Helligkeit und Licht f&uuml;r das Gelingen von Lernen und Verst&auml;ndnis: Es trifft die Erkenntnis wie eine <em>Erleuchtung</em>, eine Sache kann von m&ouml;glichst vielen Seiten <em>beleuchtet </em>werden, wer schnell lernt, gilt als <em>helles</em> K&ouml;pfchen. Entsprechend steht Dunkelheit f&uuml;r mangelnde Erkenntnis: Jemand tappt im <em>Dunkeln</em>.</p>
<p>Im zweiten Fall gibt es Klarheit als Zeichen des Gelingens auf der einen Seite und Unklarheit, Getr&uuml;btsein als dessen Gegenteil: &quot;Das ist ganz <em>klar</em> der Zusammenhang&quot; (L2, Z. 739-740) und an anderer Stelle: &quot;Das ist mir am Ende meines Studiums <em>klar</em> geworden&quot; (L2, Z. 848).</p>
<p>Oft sind die Metaphern der Klarheit im Zusammenhang mit der T&auml;tigkeit des Lehrens zu finden: Der Lehrende <em>erkl&auml;rt</em> Hintergr&uuml;nde, unterrichtet in einer <em>klar strukturierten</em> Form, bietet <em>Kl&auml;rungs</em>hilfe an. Ein guter Lehrer ist, wer in der Schule den &quot;Planungsprozess <em>transparent</em> macht&quot; (L1, Z. 311): &quot;<em>Klarheit</em> der Planung meint Verl&auml;sslichkeit. F&uuml;r Sch&uuml;ler ganz wichtig&quot; (L1, Z. 315-316).</p>
<p>Die Metaphorik des Sehens bleibt jedoch nicht auf die Aufgabe des eigentlichen Unterrichtens beschr&auml;nkt, sondern umfasst auch die soziale Situation, in der sich Lehrende und Lernende befinden:</p>
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		<title>Vom Einflößen und Eintrichtern – Die Metaphorik des Behälters</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 18:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wissen ist etwas, das man in den Kopf bekommen muss, sei es in den eigenen oder den eines anderen, es wird hineingepackt, reingestopft oder auch eingeflößt, wenn nicht gar eingetrichtert [1]. Soll dieses Wissen genutzt werden, so wird es wieder herauf- oder gar herausgeholt. Diesen Metaphern liegt das bereits in der Einleitung angesprochene Konzept DER KOPF IST EIN BEHÄLTER; IN DEN WISSEN GEFÜLLT WERDEN MUSS zu Grunde. Lernen vollzieht sich demnach als "Aufnahme" des "Gegenstandes" Wissen und ist somit von den beteiligten Personen und ihren Handlungen losgelöst. Wenn die zu lernenden Dinge als unabhängige Entitäten existieren, impliziert dies, dass es eine Autorität gibt, die die Auswahl der zu vermittelnden Inhalte übernimmt und deren Reihenfolge bestimmt.

Ausdrücke wie einflößen oder eintrichtern legen nahe, dass dies auf Seiten der Lehrenden geschieht, wobei auch sie diese Entscheidung nicht ausschließlich aus freien Stücken treffen, wie ein Lehrer betont:

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissen ist etwas, das man <em>in </em>den Kopf<em> bekommen</em> muss, sei es in den eigenen oder den eines anderen, es wird <em>hineingepackt</em>, <em>reingestopft</em> oder auch <em>eingefl&ouml;&szlig;t</em>, wenn nicht gar <em>eingetrichtert</em> [<a href="#Trichter">1</a>]. (P&auml;dagogisch ausgebildete Personen, mit denen ich sprach, fragten als erstes, ob mit Metaphern der N&uuml;rnberger Trichter gemeint sei. Der Ausdruck &quot;eintrichtern&quot; entstammt tats&auml;chlich diesem Kontext. Schullehrb&uuml;cher wurden im 17. Jahrhundert &quot;Trichter&quot; genannt. Bei dem &quot;N&uuml;rnberger Trichter&quot; handelt es sich um die sp&ouml;ttische Bezeichnung f&uuml;r den zu dieser Zeit von Georg Philipp Harsd&ouml;rfer erstellten &quot;Poetischen Trichter&quot;, ein Schullehrbuch zur deutschen Reimkunst. Soll dieses Wissen genutzt werden, so wird es wieder <em>herauf</em>- oder gar <em>herausgeholt</em>. Diesen Metaphern liegt das bereits in der Einleitung angesprochene Konzept DER KOPF IST EIN BEH&Auml;LTER; IN DEN WISSEN GEF&Uuml;LLT WERDEN MUSS zu Grunde. Lernen vollzieht sich demnach als &quot;Aufnahme&quot; des &quot;Gegenstandes&quot; Wissen und ist somit von den beteiligten Personen und ihren Handlungen losgel&ouml;st. Wenn die zu lernenden Dinge als unabh&auml;ngige Entit&auml;ten existieren, impliziert dies, dass es eine Autorit&auml;t gibt, die die Auswahl der zu vermittelnden Inhalte &uuml;bernimmt und deren Reihenfolge bestimmt.</p>
<p>Ausdr&uuml;cke wie <em>einfl&ouml;&szlig;en</em> oder <em>eintrichtern</em> legen nahe, dass dies auf Seiten der Lehrenden geschieht, wobei auch sie diese Entscheidung nicht ausschlie&szlig;lich aus freien St&uuml;cken treffen, wie ein Lehrer betont:</p>
<blockquote><p>&quot;Die Schule ist ja eine gesellschaftliche Institution und nicht im luftleeren Raum schwebend. Es gibt bestimmte Erwartungen in der Gesellschaft, die dann auch &uuml;ber Lehrpl&auml;ne usw. letzten Endes bis in die Schulzimmer dringen. Mit anderen Worten, ich bin gezwungen oder beauftragt, oder sagen wir mal angehalten, bestimmte Dinge zu vermitteln, die gew&uuml;nscht werden&quot; (L2, Z. 456-459). </p></blockquote>
<p>Es scheint, Lerner sind an dem Vorgang der Auswahl wenig bis gar nicht beteiligt. Ihre Aufgabe besteht darin, Wissen <em>im </em>Kopf <em>anzusammeln</em>, es sich <em>reinzuziehen</em> oder vielleicht sogar zu <em>inhalieren</em> und bei Bedarf wieder <em>auszuspucken</em>. Wenn es zu viel wird, haben sie einen <em>vollen </em>Kopf, <em>in</em> den nichts mehr <em>hineingeht</em>, sind <em>dicht</em> und <em>machen zu</em>. Lernen kann in diesem Fall nur dann funktionieren, wenn sie sich den Inhalten gegen&uuml;ber nicht <em>verschlie&szlig;en</em>, im Gegenteil sich <em>aufgeschlossen</em> zeigen und <em>offen</em> f&uuml;r Neues sind.</p>
<p>Allgemein liegt die St&auml;rke der Beh&auml;lter-Metaphorik in der M&ouml;glichkeit, gleichzeitig Abgegrenztheit und Interaktion mit der Umwelt zu konzeptualisieren: &quot;In dieser Metaphorik wird eher gew&uuml;nscht, &sbquo;<em>aus sich herauszukommen</em>&#8216;, ohne den Beh&auml;lter zu besch&auml;digen&quot; (<a target="_blank" href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#schmitt_2003">Schmitt 2003</a>, Abs. 38, Hevorh. SW). Vor allem bei Untersuchungen sozialer Interaktionsmuster und Verhaltensweisen kann dieser Aspekt von gro&szlig;er Wichtigkeit sein, will man beispielsweise Aussagen dar&uuml;ber treffen, wie Lehrende und Lernende ihre soziale Interaktion wahrnehmen. Bezogen auf den Vorgang des Lernens an sich zeigt sich hier jedoch genau das Gegenteil - die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden scheint f&uuml;r den Erfolg des Lernens unerheblich zu sein. Um im Bild des Beh&auml;lters zu bleiben: Wer einen Beh&auml;lter bef&uuml;llt, spielt f&uuml;r den Beh&auml;lter selbst keine Rolle. Auch die Frage, wie er bef&uuml;llt wird, ist &ndash; solange man ihn nicht &uuml;berf&uuml;llt und er zu platzen droht &ndash; h&ouml;chstens eine Frage der Effizienz, aber kein grundlegendes Problem. Am Ende steht das Ergebnis &ndash; ein voller Beh&auml;lter &ndash; und das alleine z&auml;hlt.</p>
<p>
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		<title>Vom Reinziehen und Verdauen – Die Metaphorik des Essens</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 18:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Eine besondere Form der Aufnahme ist das Essen:

    "... denn der normale Alltag besteht darin, dass Schüler etwas vorgesetzt - ich sag jetzt mal bildhaft – eine Suppe vorgesetzt bekommen, auf deren Zusammensetzung der Zutaten sie keinen Einfluss haben und die sie auslöffeln müssen und die ihnen mehr oder weniger gut schmeckt. Das ist die alltägliche Situation. Manchmal (lacht) schmeckt's wirklich sehr gut und zwar allen Beteiligten, aber meistens ist das eine ziemlich fade Angelegenheit (L2, Z. 503-510)". 

Oft werden Ausdrücke aus dem Bereich des Essens bemüht, um eher weniger interessante Lernsituationen zu verbildlichen: Der Lehrer kaut den Stoff vor, den dann alle gemeinsam durchkauen, wobei das mehr oder weniger fade oder gerade bei schwierigen Inhalten ein ganz schön hartes Brot sein kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine besondere Form der Aufnahme ist das Essen:</p>
<blockquote><p>&quot;&#8230; denn der normale Alltag besteht darin, dass Sch&uuml;ler etwas vorgesetzt - ich sag jetzt mal bildhaft &ndash; eine <em>Suppe vorgesetzt bekommen</em>, auf deren <em>Zusammensetzung </em>der <em>Zutaten</em> sie keinen Einfluss haben und die sie <em>ausl&ouml;ffeln</em> m&uuml;ssen und die ihnen mehr oder weniger gut <em>schmeckt</em>. Das ist die allt&auml;gliche Situation. Manchmal (lacht) <em>schmeckt&#8217;s</em> wirklich sehr gut und zwar allen Beteiligten, aber meistens ist das eine ziemlich <em>fade</em> Angelegenheit (L2, Z. 503-510)&quot;. </p></blockquote>
<p>Oft werden Ausdr&uuml;cke aus dem Bereich des Essens bem&uuml;ht, um eher weniger interessante Lernsituationen zu verbildlichen: Der Lehrer <em>kaut </em>den Stoff <em>vor</em>, den dann alle gemeinsam <em>durchkauen</em>, wobei das mehr oder weniger <em>fade</em> oder gerade bei schwierigen Inhalten ein ganz sch&ouml;n <em>hartes Brot</em> sein kann. Der Stoff kann nicht nur <em>hart,</em> sondern auch ziemlich <em>trocken</em> sein, wird in diesem Fall aber dennoch <em>gefressen</em>, <em>geschluckt</em> oder auch widerwillig <em>heruntergew&uuml;rgt</em>. Manchmal ist es auch n&ouml;tig, sich durch Berge von Literatur zu <em>fressen</em>, sich <em>durch</em>- oder, wenn es nicht richtig klappen mag, sich auch <em>die Z&auml;hne auszubei&szlig;en</em>.</p>
<p>In der hier aufgezeigten Metaphorik LERNEN IST ESSEN wird Lernen als Vorgang der Nahrungsaufnahme konzeptualisiert, wobei sich alle Phasen dieses Vorganges - von der Nahrungszubereitung &uuml;ber die Aufnahme bis zu deren Verdauung und Verwertung &ndash; zu dem Prozess des Lernens in Beziehung setzen lassen.</p>
<p>&quot;Wenn der Lehrer nur die &uuml;blichen <em>Wissensh&auml;ppchen</em> <em>verf&uuml;ttert</em>, ohne R&uuml;cksicht auf die F&auml;higkeiten, das Wissen und die Interessen der Kinder, l&auml;sst er gewaltige Potentiale ungenutzt&quot; (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Mechsner_2004">Mechsner 2004</a>, S. 165). <br />
&quot;Statt dem Sch&uuml;ler den Stoff <em>H&auml;ppchen</em> <em>f&uuml;r</em> <em>H&auml;ppchen</em> zu <em>verabreichen</em>, bieten wir ihm gewisserma&szlig;en gleich von Anfang an komplexe Themen&quot; (ebd., S. 179).</p>
<blockquote></blockquote>
<p>Der Lehrer <em>serviert</em> den Sch&uuml;lern, was sie zu lernen haben. Unterrichtsgestaltung zeigt sich als Entscheidung zwischen verschiedenen gastronomischen Bewirtungsmodellen: Die Alternativen reichen von dem <em>Verf&uuml;ttern </em>der <em>H&auml;ppchen</em>, ergo kleiner Einheiten, die in keinem Kontext zueinander stehen und deren Zusammenstellung die Konsumenten nicht beeinflussen k&ouml;nnen, &uuml;ber das Erstellen mehrere G&auml;nge umfassender Men&uuml;s, deren Inhalte aufeinander abgestimmt sind und die einer zumindest in Teilen vorgegebenen Sequenz folgen, bis hin zum Essen &quot;&agrave; la carte&quot;, also der M&ouml;glichkeit, aus einem bestehenden Angebot frei zu w&auml;hlen. Je nachdem, wie viel Einflussm&ouml;glichkeiten der Lehrende den Lernern zugesteht, ergeben sich hieraus f&uuml;r ihn eher die Aufgaben eines Lieferanten oder die eines Kochs: Im einen Fall ist er f&uuml;r die Bereitstellung der Inhalte zust&auml;ndig, im anderen Fall zus&auml;tzlich f&uuml;r deren Umsetzung und Darbietung.</p>
<p>Die Metaphern des &quot;Aufnehmens&quot; geben trotz ihrer oft negativen F&auml;rbung letztlich meist keine Auskunft &uuml;ber die Verdaubarkeit des Geschluckten (vgl. hierzu auch Rodi 1967). Etwas, was ich widerwillig schlucke, schmeckt vielleicht nicht besonders oder ist aus anderen Gr&uuml;nden zuwider, kann aber f&uuml;r den Organismus durchaus nahrhaft sein (man denke z. B. nur an Lebertran).</p>
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		<title>Vom Hegen und Pflegen – Die Metaphorik des Gärtners</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 11:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[In eine völlig andere Richtung geht die folgende Metaphorik, nach der es Aufgabe des Lehrenden ist, bei seinen Schülern Wissen zu säen, um ihnen letztlich etwas ins Gehirn zu pflanzen. Ähnlich eines Gärtners schafft er z. B. ein entspanntes Klima, in dem Lernen gedeihen kann oder bereitet den "Nährboden für Spaß an Wissen und Lust am Lernen" (Miketta-Haak 2004, S. 13). Nicht nur der Lehrende, sondern alle an der Erziehung Beteiligten sollen möglichst – ähnlich der Atmosphäre in einem Treibhaus - eine Bildungsatmosphäre schaffen, in der "Wissensdurst, Konzentrationsfähigkeit und Erfolg gedeihen" können (ebd.). Dazu gehört, vielleicht schon im Kindergarten den Boden zu bereiten für künftige Entwicklungen, so dass auch spätere Inhalte auf fruchtbaren Boden fallen können, damit die Anstrengungen des Lehrers mit der Zeit Früchte tragen. Gerade bei auf den ersten Blick nicht als so spannend erscheinenden Inhalten ist das aufkeimende Interesse ein Pflänzchen, das gehegt und gepflegt werden muss, das aber manchmal auch seltsame Blüten treiben kann. Unter guter Pflege wächst Wissen und gedeiht. Das Wort Seminar verweist ebenfalls auf diesen Zusammenhang, aus dem Lateinischen abgeleitet bedeutet es so viel wie "Pflanzstätte".[1]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In eine v&ouml;llig andere Richtung geht die folgende Metaphorik, nach der es Aufgabe des Lehrenden ist, bei seinen Sch&uuml;lern <em>Wissen zu s&auml;en</em>, um ihnen letztlich etwas ins Gehirn <em>zu pflanzen</em>. &Auml;hnlich eines G&auml;rtners schafft er z. B. ein <em>entspanntes Klima</em>, in dem Lernen <em>gedeihen kann</em> oder bereitet den &quot;<em>N&auml;hrboden</em> f&uuml;r Spa&szlig; an Wissen und Lust am Lernen&quot; (Miketta-Haak 2004, S. 13). Nicht nur der Lehrende, sondern alle an der Erziehung Beteiligten sollen m&ouml;glichst &ndash; &auml;hnlich der Atmosph&auml;re in einem Treibhaus - eine Bildungs<em>atmosph&auml;re</em> schaffen, in der &quot;Wissensdurst, Konzentrationsf&auml;higkeit und Erfolg <em>gedeihen</em>&quot; k&ouml;nnen (ebd.). Dazu geh&ouml;rt, vielleicht schon im Kinder<em>garten den Boden zu bereiten</em> f&uuml;r k&uuml;nftige Entwicklungen, so dass auch sp&auml;tere Inhalte <em>auf fruchtbaren Boden</em> fallen k&ouml;nnen, damit die Anstrengungen des Lehrers mit der Zeit <em>Fr&uuml;chte tragen</em>. Gerade bei auf den ersten Blick nicht als so spannend erscheinenden Inhalten ist das <em>aufkeimende</em> Interesse ein <em>Pfl&auml;nzchen, </em>das<em> gehegt </em>und<em> gepflegt </em>werden muss, das aber manchmal auch <em>seltsame Bl&uuml;ten treiben</em> kann. Unter guter <em>Pflege</em> 		<em>w&auml;chst</em> Wissen und <em>gedeiht</em>. Das Wort Seminar verweist ebenfalls auf diesen Zusammenhang, aus dem Lateinischen abgeleitet bedeutet es so viel wie &quot;Pflanzst&auml;tte&quot;. (Nicht immer jedoch erh&auml;lt der Lehrende das, was er sich von seinen Bem&uuml;hungen erhofft: &quot;ich hab das den Sch&uuml;lern immer versucht klar zu machen, &auml;h wobei ich also immer entgeisterte Blicke <em>ernte</em> (L2, Z. 805-807). &quot;Ernten&quot; verweist auf die mit der Metaphorik des G&auml;rtners verwandte Metaphorik des Bauern, der ein Feld bestellt.)</p>
<p>All diesen Metaphern liegt das Konzept DER LEHRER IST EIN G&Auml;RTNER zu Grunde.</p>
<p>Dewey (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Dewey_1916">1916/2000</a>) fasst die Aufgaben des G&auml;rtners wie folgt zusammen: &quot;Erziehung ist somit ein Vorgang der Pflege, der Nahrungszufuhr, der Aufzucht. Alle diese Worte bringen zum Ausdruck, dass die Erziehung den Bedingungen des Wachstums Aufmerksamkeit schenkt&quot; (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Dewey_1916">Dewey 1916/2000</a>, S. 26, Hervorhebung v. Verf.). Die Metaphorik des G&auml;rtners ist somit aufs Engste verbunden mit dem metaphorischen Konzept LERNEN IST WACHSEN. Die oben genannten Metaphern legen nahe, dass es das Wissen, der Wissensdurst, das Lernen ist, was unter der pflegenden Hand des G&auml;rtners <em>gedeihen</em>, also wachsen, soll. Der Lehrer <em>s&auml;t</em> Wissen bzw. <em>pflanzt</em> es in die K&ouml;pfe, was letztlich wieder bedeutet, dass das zu lernende Wissen dem Lernenden abermals (wie schon bei der Beh&auml;lter- und der Essensmetaphorik) von au&szlig;en zugef&uuml;hrt wird, wobei es dann nicht unbedingt als sicher anzusehen ist, dass dieses Wissen auch <em>Wurzeln schl&auml;gt</em>.&nbsp;</p>
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		<title>Vom Packen und Weitergeben – Die Metaphorik des Tauschens</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 13:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Der Lehrende bringt den Schülern etwas bei oder auch rüber, es kommt bei den Schülern gut an, sie bekommen etwas mit. Wenn sie etwas verstanden haben, dann haben sie es gepackt, sie haben es. Die Vorstellung von WISSEN IST EIN DING, also ein fassbarer und handhabbarer Gegenstand, liegt auch schon der Behälter-Metaphorik zu Grunde. Gegenstände lassen sich jedoch nicht nur in einen Behälter füllen, sie können auch bewegt und transportiert werden, wie die hier aufgeführten Metaphern verdeutlichen. Der Lehrende kann seinen Schülern etwas mitgeben oder sich vielleicht auch bemühen "nachzureichen, was die Familie nicht hingekriegt hat" (St, Z. 1290). Wenn es gut läuft, stößt der Lehrende mit seinem Bemühen auf großes Interesse "wenn denen etwas angeboten wird, dann wird das ganz gierig aufgegriffen" (L1, Z. 165-166)) und der Lernende kann etwas vom Lerngegenstand mitnehmen. Der Lerner hat das Gelernte im Griff, so dass er es zum einen vor- als auch im Rahmen einer Transferleistung auf andere Bereiche übertragen kann. Dies setzt voraus, dass derjenige, der über mehr Wissen verfügt, dieses an andere weitergibt. Lernen kann nicht stattfinden, wenn er Informationen nicht herausgibt, sein Wissen nicht preisgibt, es also nicht mit anderen teilt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrende <em>bringt</em> den Sch&uuml;lern etwas <em>bei</em> oder auch <em>r&uuml;ber</em>, es <em>kommt</em> bei den Sch&uuml;lern <em>gut</em> 		<em>an</em>, sie <em>bekommen</em> etwas <em>mit</em>. Wenn sie etwas verstanden haben, dann haben sie es <em>gepackt</em>, sie <em>haben</em> es. Die Vorstellung von WISSEN IST EIN DING, also ein fassbarer und handhabbarer Gegenstand, liegt auch schon der  Beh&auml;lter-Metaphorik zu Grunde. Gegenst&auml;nde lassen sich jedoch nicht nur in einen Beh&auml;lter f&uuml;llen, sie k&ouml;nnen auch bewegt und transportiert werden, wie die hier aufgef&uuml;hrten Metaphern verdeutlichen. Der Lehrende kann seinen Sch&uuml;lern etwas <em>mitgeben</em> oder sich vielleicht auch bem&uuml;hen &quot;<em>nachzureichen</em>, was die Familie nicht hingekriegt hat&quot; (St, Z. 1290). Wenn es gut l&auml;uft, st&ouml;&szlig;t der Lehrende mit seinem Bem&uuml;hen auf gro&szlig;es Interesse &quot;wenn denen etwas angeboten wird, dann wird das ganz gierig <em>aufgegriffen</em>&quot; (L1, Z. 165-166)) und der Lernende kann etwas vom Lern<em>gegenstand</em> 		<em>mitnehmen</em>. Der Lerner <em>hat </em>das Gelernte <em>im</em> 		<em>Griff</em>, so dass er es zum einen <em>vor</em>- als auch im Rahmen einer <em>Transfer</em>leistung  auf andere Bereiche <em>&uuml;bertragen</em> kann. Dies setzt voraus, dass derjenige, der &uuml;ber <em>mehr</em> Wissen verf&uuml;gt, dieses an andere <em>weitergibt</em>. Lernen kann nicht stattfinden, wenn er Informationen nicht <em>herausgibt</em>, sein Wissen nicht <em>preisgibt</em>, es also nicht mit anderen <em>teilt</em>.</p>
<p>Begreift man Wissen als Gegenstand, dann leuchtet ein, dass man diesen Gegenstand auch (aus-)tauschen kann: &quot;Und da bin ich sehr skeptisch, weil ich zunehmend den Eindruck gewonnen habe, Lerninhalte sind vollkommen <em>austauschbar</em>, es ist vollkommen beliebig, was Sch&uuml;ler lernen sollen&quot; (L2, 476-479).</p>
<p>Interessanter f&uuml;r eine Metaphorik des Lernens ist jedoch, dass sich die Lernsituation als solche als Tausch sehen l&auml;sst: Der Lehrende <em>gibt</em> Inhalte in den Unterricht <em>rein</em>, wof&uuml;r ihm die Lerner etwas <em>zur&uuml;ckgeben</em>, sei es Interesse am Lernstoff, Begeisterung oder auch neues Wissen:</p>
<blockquote><p>&quot;Die Dinge, die man selbst nicht wei&szlig; oder nicht kennt, die k&ouml;nnen einem auch Sch&uuml;ler <em>beibringen,</em> weil ich nicht Allround-Fachmann in allen Gebieten bin. Ich denke, Lernen hat etwas zu tun mit dem Gegen&uuml;ber, das k&ouml;nnen durchaus auch Sch&uuml;ler sein&quot; (L1, Z. 187-191). </p></blockquote>
<p>Ein Tausch kann nur dann vollzogen werden, wenn die beteiligten Parteien diesen Tausch anerkennen und entsprechend handeln. Damit nimmt das Konzept LERNEN IST TAUSCHEN</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Vom Bezahlen und Besitzen – Die Metaphorik des Geschäfts</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 15:18:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Es gestaltet sich schwierig, Aspekte des Tauschens zu erläutern, ohne gleich in eine ökonomisierte Sprache zu verfallen, in der dann von "Geschäften", "Aufwand" und "Ertrag" die Rede ist. Natürlich hängen Tausch und Ökonomie eng zusammen und natürlich lassen sich ökonomische Sachverhalte letztlich als kompliziertere Tauschgefüge betrachten. Nicht jeder Tausch verweist jedoch auf einen ökonomischen, also am Mehrwert orientierten, Hintergrund.[1] Folglich werden beide Aspekte hier getrennt behandelt, auch wenn sie meist ineinander übergehen.

"An der Auricher Börse wird die Zukunft gehandelt" schreibt die Wochenzeitung "DIE ZEIT" in einem Artikel über von Lehrern durchgeführte Projekte, die Schule und Forschung zu verbinden suchen und "die mit etwas Glück das Leben ihrer Klienten verändern" (Senther 2002, S. 1). Lehrer übernehmen hier die Rolle der Makler, die über die Zukunft ihrer Klienten verhandeln, und zwar sowohl unter einander als auch mit Vertretern verschiedener Forschungseinrichtungen,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gestaltet sich schwierig, Aspekte des Tauschens zu erl&auml;utern, ohne gleich in eine &ouml;konomisierte Sprache zu verfallen, in der dann von &quot;Gesch&auml;ften&quot;, &quot;Aufwand&quot; und &quot;Ertrag&quot; die Rede ist. Nat&uuml;rlich h&auml;ngen Tausch und &Ouml;konomie eng zusammen und nat&uuml;rlich lassen sich &ouml;konomische Sachverhalte letztlich als kompliziertere Tauschgef&uuml;ge betrachten. Nicht jeder Tausch verweist jedoch auf einen &ouml;konomischen, also am Mehrwert orientierten, Hintergrund. (Vielleicht ebenfalls aus diesem Grund verwendet Hochschild in ihrem Buch &quot;Das verkaufte Herz&quot; den Ausdruck &quot;Verbeugung mit dem Herzen&quot; statt einer &ouml;konomischen Gesch&auml;ftsmetapher (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Hochschild_1980">1980/1990</a>, S. 89), wobei sie im gleichen Kapitel dann doch wieder von &quot;Schuldscheinen&quot; (S. 90), &quot;Entsch&auml;digung&quot; und &quot;Bezahlung&quot; (S. 92) spricht.Folglich werden beide Aspekte hier getrennt behandelt, auch wenn sie meist ineinander &uuml;bergehen.)</p>
<p>&quot;An der Auricher <em>B&ouml;rse</em> wird die Zukunft <em>gehandelt</em>&quot; schreibt die Wochenzeitung &quot;DIE ZEIT&quot; in einem Artikel &uuml;ber von Lehrern durchgef&uuml;hrte <em>Projekte</em>, die Schule und Forschung zu verbinden suchen und &quot;die mit etwas Gl&uuml;ck das Leben ihrer <em>Klienten</em> ver&auml;ndern&quot; (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Senther_2002">Sentker 2002</a>, S. 1). Lehrer &uuml;bernehmen hier die Rolle der Makler, die &uuml;ber die Zukunft ihrer <em>Klienten</em> 		<em>verhandeln</em>, und zwar sowohl unter einander als auch mit Vertretern verschiedener Forschungseinrichtungen, wobei sie dabei zwischen den Ergebnissen der Forschung und den Bed&uuml;rfnissen der Lerner in beiden Richtungen zu <em>vermitteln</em> suchen. Was genau hier als Zukunft <em>gehandelt</em> wird, ist nicht ohne Weiteres ersichtlich, klar ist aber: Es geht ums Gesch&auml;ft. &quot;Der Lehrer, das ist doch nun sein Haupt<em>gesch&auml;ft</em>, die Noten zu machen,  daf&uuml;r ist er ja angestellt, daf&uuml;r wird er <em>bezahlt</em> und das ist das <em>Ergebnis</em> allen Unterrichtens&quot; (L2, Z. 810-812). (Dieses Bild trifft in Teilen f&uuml;r alle Lernbereiche zu, in der hier dargestellten Ausf&uuml;hrlichkeit allerdings vor allem auf Lernsituationen, die letztlich auf eine Bewertung bzw. Benotung der Lernenden hinauslaufen. Der Einfachheit halber beziehe ich mich bei der Darstellung dieses Konzeptes auf schulische Lernsituationen.)</p>
<p>Der Lehrende <em>betreibt</em> seinen Unterricht als <em>Gesch&auml;ft</em>. Er <em>verkauft</em> sich und seine Inhalte mehr oder weniger gut, er <em>bringt </em>sie an den Mann (oder an die Frau). Zeitweilig mag es notwendig sein, f&uuml;r sein Fach zu <em>werben</em> bzw. die <em>Werbetrommel </em>zu <em>r&uuml;hren</em> oder schlichtweg die Ware anders oder besser zu <em>verpacken</em>, damit das Gegen&uuml;ber</p>
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		<title>Vom Produzieren und Schaffen – Die Metaphorik des Arbeitens</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 11:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Lernen ist oft mit Arbeit verbunden:

    "... dass Unterricht eben bedeutet, man muss Gruppenarbeit einsetzen" (L1, Z. 78-79);
    "Sie haben also gelernt, eigenständig zu arbeiten" (L1, Z. 96);
    "Und in jedem Profil muss jeder Schüler pro Halbjahr eine eigenständige Arbeit, eine Gruppenarbeit produzieren, das ist also das Arbeiten in einem Projekt" (L1, Z. 113-115);
    "... sondern ich mach genau so viel, wie ich für die Note brauche, dann würde ich ihn auch nicht zwingen, mehr zu arbeiten oder mehr zu tun" (L2, Z. 841-843). 

Wer lernt, ist produktiv, produziert Ideen oder Wissen und arbeitet Themengebiete durch. Alles was Lernen (z. B. in der Schule) behindert, ist in diesem Sinne kontraproduktiv, steht also dem Lernprozess entgegen: "Das ist also vollkommen kontraproduktiv letzten Endes, die Neugier ist möglicherweise da, sie bezieht sich aber mehr auf den Freizeitbereich, auf alles das, was mit Schule eben nichts zu tun hat (L2, Z. 583-586)". (Das Wort "Prozess" ist entlehnt aus dem lateinischen "processus", was so viel wie Fortgang, Fortschreiten" bedeutet und somit normalerweise]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lernen ist oft mit Arbeit verbunden:</p>
<blockquote><p>&quot;&#8230; dass Unterricht eben bedeutet, man muss Gruppen<em>arbeit</em> einsetzen&quot; (L1, Z. 78-79); <br />
&quot;Sie haben also gelernt, eigenst&auml;ndig zu <em>arbeiten</em>&quot; (L1, Z. 96); <br />
&quot;Und in jedem Profil muss jeder Sch&uuml;ler pro Halbjahr eine eigenst&auml;ndige <em>Arbeit</em>, eine <em>Gruppenarbeit</em> 			<em>produzieren</em>, das ist also das <em>Arbeiten</em> in einem Projekt&quot; (L1, Z. 113-115); <br />
&quot;&#8230; sondern ich mach genau so viel, wie ich f&uuml;r die Note brauche, dann w&uuml;rde ich ihn auch nicht zwingen, mehr zu <em>arbeiten</em> oder mehr zu <em>tun</em>&quot; (L2, Z. 841-843). </p></blockquote>
<p>Wer lernt, ist <em>produktiv</em>, <em>produziert</em> Ideen oder Wissen und <em>arbeitet</em> Themengebiete <em>durch</em>. Alles was Lernen (z. B. in der Schule) behindert, ist in diesem Sinne <em>kontraproduktiv</em>, steht also dem Lern<em>prozess</em> entgegen: &quot;Das ist also vollkommen <em>kontraproduktiv</em> letzten Endes, die Neugier ist m&ouml;glicherweise da, sie bezieht sich aber mehr auf den Freizeitbereich, auf alles das, was mit Schule eben nichts zu tun hat (L2, Z. 583-586)&quot;. (Das Wort &quot;Prozess&quot; ist entlehnt aus dem lateinischen &quot;processus&quot;, was so viel wie Fortgang, Fortschreiten&quot; bedeutet und somit normalerweise der Wegmetapher zuzuordnen ist. Neben dieser Bedeutung bezeichnete es im Mittelalter aber auch Rechtsverfahren, woraus die Verallgemeinerung zu &quot;Verfahrensweise&quot; und daraus wiederum &quot;Herstellungsverfahren medizinisch wirksamer Tinkturen&quot; entstand <a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Kluge_1999">(Kluge 1999, S.</a> 652). Die Bedeutung des Herstellungsverfahrens wird besonders deutlich in dem Begriff des &quot;Produktionsprozesses&quot;.</p>
<p>Diese Metaphern entstammen dem Bereich des produzierenden Gewerbes. Es lassen sich in diesen Kontext ebenfalls aus der Landwirtschaft stammende Metaphern einordnen: ein Themenfeld <em>beackern</em>, Literatur <em>durchpfl&uuml;gen</em>, besondere Inhalte <em>ausgraben</em>. &Auml;hnliche Metaphern stammen aus dem handwerklichen Kontext. So werden in Lern- und Forschungs<em>werkst&auml;tten</em> Themen <em>be</em>- und Ergebnisse <em>herausgearbeitet</em>, Zusammenh&auml;nge und Beziehungen <em>hergestellt</em> und Alternativen <em>entworfen</em>.</p>
<p>Nicht nur die Lernenden sind (handwerklich) t&auml;tig, gleiches gilt auch f&uuml;r die Lehrenden:</p>
<p blockquote="">&quot;&#8230; unsere Situation muss so <em>geschaffen</em> sein, dass Lernen als kooperative Ma&szlig;nahme vollzogen wird&quot; (L1, Z. 62-63); <br />
&quot;Also es ist n&ouml;tig, dass Lehrer im Unterricht soweit sehen, wo die Sch&uuml;ler sind, sie abholen, wo sie sind und eine ein Lernklima <em>schaffen</em>, das entspannt ist&quot; (L1, Z. 143-145) (dieses Zitat verweist ebenfalls auf die <a href="http://lern.ag/lernen/was-ist-lernen/metaphorik/sehen">Sehen-Metaphorik</a> und die <a href="http://lern.ag/lernen/was-ist-lernen/metaphorik/wege_gehen">Wege-Metaphorik</a>),<br />
&quot;&hellip; gleichzeitig aber eine Lernsituation <em>schaffen</em>, wo die Sch&uuml;ler nicht unterfordert sind (L1, Z. 148-149).</p>
<p>Diese Zitate machen deutlich, dass es aus Lehrersicht Aufgabe sein mag, Bedingungen zu <em>schaffen</em>, um Lernen zu erm&ouml;glichen, die Lehrsituation also aktiv zu <em>gestalten</em>. Die Metaphern des &quot;Schaffens&quot; und &quot;Gestaltens&quot; verdeutlichen einen Aspekt, der in vielen Metaphernkonzepten</p>
<p>eher wenig Beachtung findet: Lehren beinhaltet Kreativit&auml;t, sowohl, was die Unterrichtsgestaltung als auch, was den Umgang mit den Sch&uuml;lern betrifft.</p>
<p>Generell zeigt sich hier das Konzept LERNEN IST ARBEITEN. Gerade die Metaphern der Landwirtschaft und des Handwerks zeigen, dass vor allem das &quot;Selber-Machen&quot; im Vordergrund steht. Die T&auml;tigkeiten des Lernens und Lehrens r&uuml;cken in den Blickpunkt. Lernende und Lehrende werden in diesem Zusammenhang als aktiv T&auml;tige konzeptualisiert, sie nehmen den Lernprozess <em>selbst in die Hand</em>.</p>
<p>&quot;Arbeit&quot; in zun&auml;chst arbeitsfernen Kontexten mag spontan die Assoziation von M&uuml;hsal und Anstrengung wecken. Es wird ebenfalls h&auml;ufig als Gegenteil zu &quot;Spielen&quot; oder auch &quot;Freude und Spa&szlig; haben&quot; verwendet (Marshall 1988), so dass sich hieraus die Folgerung ergeben kann, Arbeit sei letztlich nicht zu vereinbaren mit Spiel und Spa&szlig;, da es sich gegenseitig ausschlie&szlig;t. Es lassen sich jedoch an Hand dieser Metaphorik verschiedenste Aspekte des Lernens aufzeigen. Das Konzept kann differenzieren zwischen denen, die Lernen als notwendiges &Uuml;bel betrachten und so viel <em>tun</em> wie eben n&ouml;tig (auch hier wieder der Verweis auf die <a href="http://lern.ag/lernen/was-ist-lernen/metaphorik/geschaefte_machen">&ouml;konomische Metaphorik</a>), und denen, die Lernen verstehen als eine manchmal vielleicht anstrengende, aber im Grunde angenehme Aufgabe, welche &ndash; bei Gelingen - eine befriedigende Wirkung aus&uuml;ben kann: man hat gute <em>Arbeit</em> 		<em>geleistet</em> und ist mit seinem <em>Arbeitspensum</em> zufrieden.</p>
<p>R&uuml;ckt die T&auml;tigkeit des Lernens durch die Arbeitsmetaphorik in den Mittelpunkt, ger&auml;t der Inhalt des zu Lernenden folglich ein wenig in den Hintergrund (vgl. hierzu auch Schmitt in Vorb.). Marshall (1988) vermutet in der Arbeitsmetaphorik die Gefahr, dass das Sinn entnehmende und Sinn verstehende Lernen vergessen wird gegen&uuml;ber dem Bestehen der <em>Arbeiten</em> (wie Klausuren bis zum Ende der Sekundarstufe I oft genannt werden), dem Ausf&uuml;llen der <em>Arbeits</em>bl&auml;tter und der Erledigung der Hausaufgaben (im Englischen home<em>work</em>). Auch hier spielt die Trennung von Arbeit und Freizeit (hier verwendet als Sammelbegriff f&uuml;r alles, was Spa&szlig; macht) eine wichtige Rolle. Wenn beide als zwei von einander getrennte Bereiche wahrgenommen werden, dann folgt daraus neben der Annahme, dass schulisches Lernen keinen Spa&szlig; macht, auch die Vorstellung, dass das, was au&szlig;erhalb der Schule gelernt wird, f&uuml;r den Erfolg in dieser keine Rolle spielt und somit dort auch nichts zu suchen hat. (Das  gilt nat&uuml;rlich f&uuml;r Lernen in jeglichen Institutionen, wird hier aber der Einfachheit halber auf schulisches Lernen bezogen.)  Dies ist eine folgenschwere Einstellung, kann sie doch bei Lehrenden zu einem Desinteresse an allem f&uuml;hren, was au&szlig;erhalb</p>
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		<title>Vom Planen und Aufbauen – Die Metaphorik des Hauses</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 12:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[An dieser Stelle ist es notwendig, noch einmal zu der Metaphorik des handwerklichen Arbeitens zurückzukehren. In der Darstellung dieses Konzeptes am Anfang des letzten Kapitels fehlt eine Metapher, die hier gesondert behandelt werden soll, weil sie auf ein eigenständiges Konzept verweist. Gemeint ist die Metapher des Bauens: Lernende bauen Wissen auf und müssen dabei neues Wissen auf vorhandenes aufsetzen. Das Gelernte wird gefestigt und weiter ausgebaut. Wenn Lernen Bauen ist, dann ist gilt für das Wissen das Konzept WISSEN IST EIN HAUS: In der Grundschule soll der Grundstein gelegt werden für eine weitere erfolgreiche Schullaufbahn, solide allgemeine Kenntnisse können tragfähiges Fundament sein für die Einarbeitung in spezielle Fachgebiete. Schlüsselbegriffe können den Zugang zu schwierigen Themen erleichtern.

Eine Metaphernanalyse des Konzeptes WISSEN IST EIN HAUS ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle ist es notwendig, noch einmal zu der Metaphorik des handwerklichen Arbeitens zur&uuml;ckzukehren. In der Darstellung dieses Konzeptes am Anfang des letzten Kapitels fehlt eine Metapher, die hier gesondert behandelt werden soll, weil sie auf ein eigenst&auml;ndiges Konzept verweist. Gemeint ist die Metapher des <em>Bauens</em>: Lernende <em>bauen</em> Wissen <em>auf </em>und m&uuml;ssen dabei neues Wissen auf vorhandenes <em>aufsetzen</em>. Das Gelernte wird <em>gefestigt</em> und weiter <em>ausgebaut</em>. Wenn Lernen Bauen ist, dann ist gilt f&uuml;r das Wissen das Konzept WISSEN IST EIN HAUS: In der G<em>rund</em>schule soll der <em>Grund</em>stein gelegt werden f&uuml;r eine weitere erfolgreiche Schullaufbahn, <em>solide</em> allgemeine Kenntnisse k&ouml;nnen <em>tragf&auml;higes</em> 		<em>Fundament</em> sein f&uuml;r die Einarbeitung in spezielle Fachgebiete. <em>Schl&uuml;ssel</em>begriffe k&ouml;nnen den Zugang zu schwierigen Themen erleichtern.</p>
<p>Eine Metaphernanalyse des Konzeptes WISSEN IST EIN HAUS l&auml;sst sich in Ans&auml;tzen bei <a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Rigotti_1995">Rigotti </a>(<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Rigotti_1995">1995</a>) finden. Ihrer Ansicht nach vereinigt die Haus-Metapher sowohl statisch-funktionale als auch dynamisch-geschichtliche Aspekte, die bei einer Untersuchung dieser Metaphorik voneinander unterschieden werden m&uuml;ssen.</p>
<p>In einem Haus sind alle Komponenten Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Ganzen, wobei die einzelnen Bestandteile sorgf&auml;ltig auf einander abgestimmt werden m&uuml;ssen, soll das Haus stabil sein. (Es geht hier um das Bauen des Hauses, die Einrichtung ist hier zun&auml;chst nicht gemeint.) Das Haus besitzt eine bestimmte Struktur, nach der es aufgebaut ist, dazu aber sp&auml;ter mehr. Wissen als ein Haus zu betrachten bedeutet unter dem Gesichtspunkt des statisch-funktionalen Aspekts zu betonen, dass die &quot;Einzelteile&quot; aus denen Wissen besteht, in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang stehen m&uuml;ssen, soll aus dem Gelernten etwas Sinnvolles entstehen.</p>
<p>Menschen, die als Experten f&uuml;r etwas gelten, sind in ihrem Fachgebiet <em>zu Hause</em>. Sie <em>bewegen sich frei</em> in ihrem Thema und sind mit den Einzelheiten <em>vertraut</em>. Das eigene Wissen dient als <em>Ausgangsbasis</em>, von der aus es sich aber auch in <em>fremde</em> 		<em>Gebiete</em> wagen oder <em>in neue Welten aufbrechen</em> l&auml;sst. Diese Metaphern ber&uuml;hren den funktionalen Aspekt eines Geb&auml;udes. Ein Haus ist in der Regel eine Immobilie, also unbeweglich und fest mit dem Untergrund verankert. Es ist der Ort, an dem man sich niederlassen kann: &quot;&#8230; the meaning of the metaphor of the house as a centre where to take root&quot; (<a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Rigotti_1995">Rigotti 1995</a>, 423) und zu dem man immer wieder zur&uuml;ckkehren kann, der Sicherheit verspricht. (&quot;Was Ihr einmal gelernt habt, kann Euch keiner mehr wegnehmen.&quot; <a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalysemetaphernanalyse#Schmitt_2005">Schmitt (2005)</a> kommt in seiner Analyse ebenfalls zu der Vorstellung, Wissen ist etwas Sicherheit Versprechendes, entwickelt dies aber aus dem Konzept WISSEN IST EIN WERTVOLLES GUT.)</p>
<p>Neben diesem statisch-funktionalen Aspekt besitzt die Haus-Metapher auch</p>
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		<title>Vom Durchsteigen und Steckenbleiben – Die Metaphorik des Weges</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 12:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wenn es mit dem Lernen klappt, kommen die Lernenden in ihrem Lernen weiter oder gut vorwärts, sie machen Fortschritte, probieren Rechenwege aus, sie finden vielleicht verschiedene Lösungswege für existierende Probleme, steigen da durch und durchdringen den Stoff. Lernen wird hier konzeptionalisiert als AUF DEM RICHTIGEN WEG SEIN, wobei es möglich ist, sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf diesem Weg zu bewegen: so gibt es schnelle und langsame Lerner. Lernen kann demnach als geplante Abfolge von Schritten gesehen werden, wobei z. B. unvorhergesehene Ereignisse jederzeit die Schritte in eine andere Richtung lenken können, manchmal auch nur Umwege zum Ziel führen.

Wenn es mit dem Lernen nicht so gut geht, ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es mit dem Lernen klappt, <em>kommen</em> die Lernenden in ihrem Lernen <em>weiter</em> oder gut <em>vorw&auml;rts</em>, sie machen Fort<em>schritte</em>, probieren Rechen<em>wege</em> aus, sie finden vielleicht verschiedene L&ouml;sungs<em>wege</em> f&uuml;r existierende Probleme, <em>steigen</em> da <em>durch</em> und <em>durchdringen</em> den Stoff. Lernen wird hier konzeptionalisiert als AUF DEM RICHTIGEN WEG SEIN, wobei es m&ouml;glich ist, sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf diesem Weg zu bewegen: so gibt es schnelle und langsame Lerner. Lernen kann demnach als geplante Abfolge von <em>Schritten</em> gesehen werden, wobei z. B. unvorhergesehene Ereignisse jederzeit die <em>Schritte</em> in <em>eine andere Richtung lenken</em> k&ouml;nnen, manchmal auch nur <em>Umwege</em> zum Ziel f&uuml;hren.</p>
<p>Wenn es mit dem Lernen nicht so gut geht, ergeben sich Lern<em>hindernisse</em>, die <em>&uuml;berwunden</em> werden m&uuml;ssen (L1, Z. 394-395), Vermutungen <em>f&uuml;hren</em> 		<em>in die Irre</em>, man ger&auml;t auf den <em>Holzweg, dreht sich im Kreis</em> oder bleibt im Thema gar <em>stecken</em>. Vielleicht <em>steht</em> man sogar <em>neben</em> sich oder findet keinen <em>Zugang</em> und ist deshalb nicht in der Lage, zu lernen: &quot;&#8230; bis auf die Grundrechnungsarten ist Mathematik f&uuml;r mich also vollkommen abstrakt, ich hab da keinen Zugang zu gefunden&quot; (L2, Z. 702-704).</p>
<p>Die Weg-Metaphorik erzeugt ein dynamisches Bild, Lernen ist hier eng mit der Vorstellung des sich Bewegens verkn&uuml;pft. Der Lernende an sich kann Urheber dieser Bewegung sein, was einen aktiv teilnehmenden Lernenden impliziert, Bewegung kann aber auch von au&szlig;en an ihn herangetragen werden: Lernen wird <em>angesto&szlig;en</em>, Themen <em>l&ouml;sen</em> Interesse <em>aus</em>, Diskussionen <em>schieben</em> das Nachdenken <em>an</em>.</p>
<p>Schwierigkeiten k&ouml;nnen einem an unterschiedlicher Stelle begegnen; sei es, dass man zu den eigentlichen Wegen scheinbar keinen Zugang findet und folglich von dem Lernprozess von vorneherein ausgeschlossen ist, sei es, dass sich der zun&auml;chst richtige Weg im Nachhinein als falsch erweisen mag. Lernen findet jedoch so lange statt, so lange es auch Bewegung gibt. Selbst ein Holzweg f&uuml;hrt zu der neuen Erkenntnis, dass der eingeschlagene Weg f&uuml;r das betreffende Problem der falsche ist. Erst das Fehlen der Bewegung kennzeichnet dann das Ende des Lernvorgangs: Nichts <em>geht</em> mehr, man ist <em>stecken</em> geblieben und wei&szlig; nicht, wie es <em>weiter</em> 		<em>geht</em>. Lernen generell l&auml;sst sich jedoch nicht beenden: &quot;Das ist <em>Stillstand</em>, das ist <em>Stillstand</em>. Das ist fast wie Tod. Also Lernen, denk ich, kann nicht enden&quot; (L1, Z. 421).</p>
<p>&quot;Stehen&quot; im Gegensatz zu &quot;gehen&quot; muss jedoch nicht immer das Scheitern der Lernbem&uuml;hungen implizieren, es kann genau so gut bezeichnen, wie weit der Lerner auf seinem Weg schon gekommen ist: Der Fokus der Betrachtung liegt nun nicht mehr auf dem Aspekt, dass er steht,</p>
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		<title>Vom Laufen und Funktionieren – Die Metaphorik der Technik</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 12:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Unser Alltag ist von technischen Dingen geprägt. So erstaunt es nicht, dass sich in der Sprache auch Metaphern finden lassen, die auf einen technischen Hintergrund verwiesen. Wer lernt, ist empfänglich für Inhalte und Themen, hat eine spezielle Einstellung zu bestimmten Fragestellungen, ist in manchen Dingen vielleicht ein Überflieger und schaltet bei anderen einfach ab. Der Lerner wird hier konzeptionalisiert als Radio, Maschine, Flugzeug und manchmal vielleicht auch als ein Nadeldrucker: "Spontan würd ich sagen, dass Kinder gerade in so in so ruhigen Spielsituationen lernen, nicht unbedingt, wenn sie jetzt Lernstoff vorgelegt kriegen, und den müssen sie runterrattern" (H1, Z. 955-957).[1] Diese Metaphern verweisen demnach auf verschiedene technische]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Alltag ist von technischen Dingen gepr&auml;gt. So erstaunt es nicht, dass sich in der Sprache auch Metaphern finden lassen, die auf einen technischen Hintergrund verwiesen. Wer lernt, ist <em>empf&auml;nglich</em> f&uuml;r Inhalte und Themen, hat eine spezielle <em>Einstellung</em> zu bestimmten Fragestellungen, ist in manchen Dingen vielleicht ein <em>&Uuml;berflieger</em> und <em>schaltet</em> bei anderen einfach <em>ab</em>. Der Lerner wird hier konzeptionalisiert als Radio, Maschine, Flugzeug und manchmal vielleicht auch als ein Nadeldrucker: &quot;Spontan w&uuml;rd ich sagen, dass Kinder gerade in so in so ruhigen Spielsituationen lernen, nicht unbedingt, wenn sie jetzt Lernstoff vorgelegt kriegen, und den m&uuml;ssen sie <em>runterrattern</em>&quot; (H1, Z. 955-957). (Nat&uuml;rlich gibt es das Wort &quot;rattern&quot; schon etwas l&auml;nger als einen Nadeldrucker. Nach <a href="http://lern.ag/literatur/metaphernanalyse#Kluge_1999">Kluge (1999, S. 669)</a> stammt es aus dem 17. Jhdt., wobei keine Informationen zu dessen Herkunft angegeben sind, au&szlig;er, dass es lautmalerisch umgesetzt wurde. Generell muss es sich hierbei jedoch um ein technisches Ger&auml;t handeln, wobei ein Nadeldrucker der heutigen Auffassung von &quot;rattern&quot; am n&auml;chsten kommen mag.)</p>
<p>Diese Metaphern verweisen demnach auf verschiedene technische Gebrauchsgegenst&auml;nde. Eine Aufschl&uuml;sselung der unterschiedlichen Implikationen von Lernern als Radioger&auml;ten oder Flugzeugen w&uuml;rde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, festzuhalten ist jedoch, dass Lerner als technisches Ger&auml;t konzeptionalisiert werden, die, wenn sie nicht lernen, einen technischen Defekt aufweisen: &quot;&hellip;vielleicht ist mein Hirn [lacht] in der Beziehung etwas falsch <em>konstruiert</em>, vielleicht fehlen mir da ein paar <em>Verbindungen</em>&quot; (L2, Z. 698-700). Aber auch das Umlernen l&auml;sst sich z. B. in Worten eines elektrischen Regelkreises ausdr&uuml;cken: &quot;Das sind aber nicht nur Bilder, es sind Paradigmenwechsel, d. h. wir <em>schalten</em> da im Kopf was <em>um</em>. Und das hei&szlig;t, das kann man richtig <em>feststellen</em>&quot; (St, Z. 1597-1599). Aber nicht nur der Lerner selbst ist <em>lenkbar</em>, vielleicht &auml;hnlich einem Fahrzeug, er selbst kann ebenfalls seine Umgebung <em>steuern</em>: &quot;Die k&ouml;nnen schon das sich das rundherum um sich <em>ausschalten</em>, und sich wirklich nur auf das Ding konzentrieren, was sie gerade machen&quot; (H5, Z. 975-977). Man kann es auch wie folgt zusammenfassen: &quot;Gehirne sind wie Lernmaschinen, die alles wissen wollen&quot; (Miketta-Haak 2004, S. 13).</p>
<p>Aber nicht nur der Lerner selbst, auch der Lernprozess an sich wird in technischen Bildern beschrieben &quot;Das sind alles Lernbedingungen, die den Lernprozess optimal <em>laufen</em> 		<em>lassen</em>&quot; (L1, Z. 72-73). Und an anderer Stelle: &quot;dann ist Lernen, <em>l&auml;uft</em> Lernen sehr schwierig&quot; (L1, Z. 306). Die Vermutung liegt nahe,</p>
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