• "Das ist schon ganz schön schwierig, wenn man da an vorderster Front kämpft."[1] Lehrer kämpfen um Anerkennung ihrer Arbeit, vielleicht um Anschaffung von Schulmitteln, ganz sicher aber um die Aufmerksamkeit ihrer Schüler und stoßen dabei auf Widerstände: "... im Grunde genommen eine Art von Abwehrhaltung, die man erst mal überwinden muss, die also man erstmal knacken muss" (L2, Z. 490-492). "Also das Gefühl, dass man hier also, dass Lernen Lehren vor allem darin besteht, Widerstände zu überwinden, Widerstände gegenüber den Angeboten, die wir hier zu machen haben" (L2, Z. 594-596). Diese Widerstände mögen sich ebenfalls [weiterlesen] 

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  • Unser Alltag ist von technischen Dingen geprägt. So erstaunt es nicht, dass sich in der Sprache auch Metaphern finden lassen, die auf einen technischen Hintergrund verwiesen. Wer lernt, ist empfänglich für Inhalte und Themen, hat eine spezielle Einstellung zu bestimmten Fragestellungen, ist in manchen Dingen vielleicht ein Überflieger und schaltet bei anderen einfach ab. Der Lerner wird hier konzeptionalisiert als Radio, Maschine, Flugzeug und manchmal vielleicht auch als ein Nadeldrucker: "Spontan würd ich sagen, dass Kinder gerade in so in so ruhigen Spielsituationen lernen, nicht unbedingt, wenn sie jetzt Lernstoff vorgelegt kriegen, und den müssen sie runterrattern" (H1, Z. 955-957).[1] Diese Metaphern verweisen demnach auf verschiedene technische [weiterlesen] 

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  • An dieser Stelle ist es notwendig, noch einmal zu der Metaphorik des handwerklichen Arbeitens zurückzukehren. In der Darstellung dieses Konzeptes am Anfang des letzten Kapitels fehlt eine Metapher, die hier gesondert behandelt werden soll, weil sie auf ein eigenständiges Konzept verweist. Gemeint ist die Metapher des Bauens: Lernende bauen Wissen auf und müssen dabei neues Wissen auf vorhandenes aufsetzen. Das Gelernte wird gefestigt und weiter ausgebaut. Wenn Lernen Bauen ist, dann ist gilt für das Wissen das Konzept WISSEN IST EIN HAUS: In der Grundschule soll der Grundstein gelegt werden für eine weitere erfolgreiche Schullaufbahn, solide allgemeine Kenntnisse können tragfähiges Fundament sein für die Einarbeitung in spezielle Fachgebiete. Schlüsselbegriffe können den Zugang zu schwierigen Themen erleichtern. Eine Metaphernanalyse des Konzeptes WISSEN IST EIN HAUS  [weiterlesen] 

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  • Lernen ist oft mit Arbeit verbunden: "... dass Unterricht eben bedeutet, man muss Gruppenarbeit einsetzen" (L1, Z. 78-79); "Sie haben also gelernt, eigenständig zu arbeiten" (L1, Z. 96); "Und in jedem Profil muss jeder Schüler pro Halbjahr eine eigenständige Arbeit, eine Gruppenarbeit produzieren, das ist also das Arbeiten in einem Projekt" (L1, Z. 113-115); "... sondern ich mach genau so viel, wie ich für die Note brauche, dann würde ich ihn auch nicht zwingen, mehr zu arbeiten oder mehr zu tun" (L2, Z. 841-843). Wer lernt, ist produktiv, produziert Ideen oder Wissen und arbeitet Themengebiete durch. Alles was Lernen (z. B. in der Schule) behindert, ist in diesem Sinne kontraproduktiv, steht also dem Lernprozess entgegen: "Das ist also vollkommen kontraproduktiv letzten Endes, die Neugier ist möglicherweise da, sie bezieht sich aber mehr auf den Freizeitbereich, auf alles das, was mit Schule eben nichts zu tun hat (L2, Z. 583-586)". (Das Wort "Prozess" ist entlehnt aus dem lateinischen "processus", was so viel wie Fortgang, Fortschreiten" bedeutet und somit normalerweise [weiterlesen] 

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  • Der Lehrende bringt den Schülern etwas bei oder auch rüber, es kommt bei den Schülern gut an, sie bekommen etwas mit. Wenn sie etwas verstanden haben, dann haben sie es gepackt, sie haben es. Die Vorstellung von WISSEN IST EIN DING, also ein fassbarer und handhabbarer Gegenstand, liegt auch schon der Behälter-Metaphorik zu Grunde. Gegenstände lassen sich jedoch nicht nur in einen Behälter füllen, sie können auch bewegt und transportiert werden, wie die hier aufgeführten Metaphern verdeutlichen. Der Lehrende kann seinen Schülern etwas mitgeben oder sich vielleicht auch bemühen "nachzureichen, was die Familie nicht hingekriegt hat" (St, Z. 1290). Wenn es gut läuft, stößt der Lehrende mit seinem Bemühen auf großes Interesse "wenn denen etwas angeboten wird, dann wird das ganz gierig aufgegriffen" (L1, Z. 165-166)) und der Lernende kann etwas vom Lerngegenstand mitnehmen. Der Lerner hat das Gelernte im Griff, so dass er es zum einen vor- als auch im Rahmen einer Transferleistung auf andere Bereiche übertragen kann. Dies setzt voraus, dass derjenige, der über mehr Wissen verfügt, dieses an andere weitergibt. Lernen kann nicht stattfinden, wenn er Informationen nicht herausgibt, sein Wissen nicht preisgibt, es also nicht mit anderen teilt. [weiterlesen] 

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  • In eine völlig andere Richtung geht die folgende Metaphorik, nach der es Aufgabe des Lehrenden ist, bei seinen Schülern Wissen zu säen, um ihnen letztlich etwas ins Gehirn zu pflanzen. Ähnlich eines Gärtners schafft er z. B. ein entspanntes Klima, in dem Lernen gedeihen kann oder bereitet den "Nährboden für Spaß an Wissen und Lust am Lernen" (Miketta-Haak 2004, S. 13). Nicht nur der Lehrende, sondern alle an der Erziehung Beteiligten sollen möglichst – ähnlich der Atmosphäre in einem Treibhaus - eine Bildungsatmosphäre schaffen, in der "Wissensdurst, Konzentrationsfähigkeit und Erfolg gedeihen" können (ebd.). Dazu gehört, vielleicht schon im Kindergarten den Boden zu bereiten für künftige Entwicklungen, so dass auch spätere Inhalte auf fruchtbaren Boden fallen können, damit die Anstrengungen des Lehrers mit der Zeit Früchte tragen. Gerade bei auf den ersten Blick nicht als so spannend erscheinenden Inhalten ist das aufkeimende Interesse ein Pflänzchen, das gehegt und gepflegt werden muss, das aber manchmal auch seltsame Blüten treiben kann. Unter guter Pflege wächst Wissen und gedeiht. Das Wort Seminar verweist ebenfalls auf diesen Zusammenhang, aus dem Lateinischen abgeleitet bedeutet es so viel wie "Pflanzstätte".[1] [weiterlesen] 

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  • Die sinnliche Wahrnehmung gehört zu den elementarsten Erfahrungen des Menschen, gerade das Sehen spielt in unserem Kulturkreis eine große Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Erfahrungen auch metaphorisch in der Sprache generell wie auch speziell im Kontext des Lernens wiederfinden lassen.

    Es gilt, Zusammenhänge zu sehen und zu erkennen, Einblick in Themenbereiche zu bekommen und sie zu durchschauen, Erkenntnis gewinnen oder einfach generell mehr durchzublicken. Um von einem Anderen zu lernen, kann man ihm über die Schulter schauen oder sich etwas bei oder von ihm abgucken. LERNEN IST demnach SEHEN: [weiterlesen] 

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  • In der Psychologie ist Lernen eins der zentralen Themen. Aber die Frage, was gelernt wird (oder werden soll) und wie dies geschieht, bleibt keineswegs auf die Psychologie beschränkt: Letztlich finden sich Diskussionen hierzu in vielen benachbarten Disziplinen, natürlich in der Pädagogik, aber ebenso in der Soziologie und der Philosophie. Mit Zunahme der technischen Möglichkeiten in der Gehirnforschung liefern auch die Neurowissenschaften verstärkt Beiträge zum Thema. Jede wissenschaftliche Disziplin, die Lernprozesse untersuchen möchte, kommt jedoch früher oder später in die Verlegenheit, zunächst den Begriff des Lernens definieren zu müssen. Je nach Blickwinkel und theoretischer Ausrichtung weisen diese Definitionen eine erstaunliche Vielfalt an notwendigen Bedingungen auf, also an Merkmalen, die zwingend vorliegen müssen, damit etwas im Sinne der Definition als "Lernen" gelten kann.[1] Aber Definitionen - und seien sie noch so variantenreich - beleuchten nicht nur, sie begrenzen auch. Wenn ich Lernen z. B. psychologisch als Verhaltensänderung aufgrund bewusst gemachter Erfahrungen definiere, schließe ich damit un- und vorbewusste Prozesse aus. Doch wenn ich diese ausschließe, müsste ich nicht ersteinmal das eine vom anderen abgrenzen, damit ich wirklich weiß, auf welche Erfahrungen ich mich beziehe? Und bin ich dann noch beim Thema Lernen?[2] [weiterlesen] 

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