• Lernen ist oft mit Arbeit verbunden: "... dass Unterricht eben bedeutet, man muss Gruppenarbeit einsetzen" (L1, Z. 78-79); "Sie haben also gelernt, eigenständig zu arbeiten" (L1, Z. 96); "Und in jedem Profil muss jeder Schüler pro Halbjahr eine eigenständige Arbeit, eine Gruppenarbeit produzieren, das ist also das Arbeiten in einem Projekt" (L1, Z. 113-115); "... sondern ich mach genau so viel, wie ich für die Note brauche, dann würde ich ihn auch nicht zwingen, mehr zu arbeiten oder mehr zu tun" (L2, Z. 841-843). Wer lernt, ist produktiv, produziert Ideen oder Wissen und arbeitet Themengebiete durch. Alles was Lernen (z. B. in der Schule) behindert, ist in diesem Sinne kontraproduktiv, steht also dem Lernprozess entgegen: "Das ist also vollkommen kontraproduktiv letzten Endes, die Neugier ist möglicherweise da, sie bezieht sich aber mehr auf den Freizeitbereich, auf alles das, was mit Schule eben nichts zu tun hat (L2, Z. 583-586)". (Das Wort "Prozess" ist entlehnt aus dem lateinischen "processus", was so viel wie Fortgang, Fortschreiten" bedeutet und somit normalerweise [weiterlesen] 

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  • An dieser Stelle ist es notwendig, noch einmal zu der Metaphorik des handwerklichen Arbeitens zurückzukehren. In der Darstellung dieses Konzeptes am Anfang des letzten Kapitels fehlt eine Metapher, die hier gesondert behandelt werden soll, weil sie auf ein eigenständiges Konzept verweist. Gemeint ist die Metapher des Bauens: Lernende bauen Wissen auf und müssen dabei neues Wissen auf vorhandenes aufsetzen. Das Gelernte wird gefestigt und weiter ausgebaut. Wenn Lernen Bauen ist, dann ist gilt für das Wissen das Konzept WISSEN IST EIN HAUS: In der Grundschule soll der Grundstein gelegt werden für eine weitere erfolgreiche Schullaufbahn, solide allgemeine Kenntnisse können tragfähiges Fundament sein für die Einarbeitung in spezielle Fachgebiete. Schlüsselbegriffe können den Zugang zu schwierigen Themen erleichtern. Eine Metaphernanalyse des Konzeptes WISSEN IST EIN HAUS  [weiterlesen] 

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  • Unser Alltag ist von technischen Dingen geprägt. So erstaunt es nicht, dass sich in der Sprache auch Metaphern finden lassen, die auf einen technischen Hintergrund verwiesen. Wer lernt, ist empfänglich für Inhalte und Themen, hat eine spezielle Einstellung zu bestimmten Fragestellungen, ist in manchen Dingen vielleicht ein Überflieger und schaltet bei anderen einfach ab. Der Lerner wird hier konzeptionalisiert als Radio, Maschine, Flugzeug und manchmal vielleicht auch als ein Nadeldrucker: "Spontan würd ich sagen, dass Kinder gerade in so in so ruhigen Spielsituationen lernen, nicht unbedingt, wenn sie jetzt Lernstoff vorgelegt kriegen, und den müssen sie runterrattern" (H1, Z. 955-957).[1] Diese Metaphern verweisen demnach auf verschiedene technische [weiterlesen] 

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  • "Das ist schon ganz schön schwierig, wenn man da an vorderster Front kämpft."[1] Lehrer kämpfen um Anerkennung ihrer Arbeit, vielleicht um Anschaffung von Schulmitteln, ganz sicher aber um die Aufmerksamkeit ihrer Schüler und stoßen dabei auf Widerstände: "... im Grunde genommen eine Art von Abwehrhaltung, die man erst mal überwinden muss, die also man erstmal knacken muss" (L2, Z. 490-492). "Also das Gefühl, dass man hier also, dass Lernen Lehren vor allem darin besteht, Widerstände zu überwinden, Widerstände gegenüber den Angeboten, die wir hier zu machen haben" (L2, Z. 594-596). Diese Widerstände mögen sich ebenfalls [weiterlesen] 

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  • In der Psychologie ist Lernen eins der zentralen Themen. Aber die Frage, was gelernt wird (oder werden soll) und wie dies geschieht, bleibt keineswegs auf die Psychologie beschränkt: Letztlich finden sich Diskussionen hierzu in vielen benachbarten Disziplinen, natürlich in der Pädagogik, aber ebenso in der Soziologie und der Philosophie. Mit Zunahme der technischen Möglichkeiten in der Gehirnforschung liefern auch die Neurowissenschaften verstärkt Beiträge zum Thema. Jede wissenschaftliche Disziplin, die Lernprozesse untersuchen möchte, kommt jedoch früher oder später in die Verlegenheit, zunächst den Begriff des Lernens definieren zu müssen. Je nach Blickwinkel und theoretischer Ausrichtung weisen diese Definitionen eine erstaunliche Vielfalt an notwendigen Bedingungen auf, also an Merkmalen, die zwingend vorliegen müssen, damit etwas im Sinne der Definition als "Lernen" gelten kann.[1] Aber Definitionen - und seien sie noch so variantenreich - beleuchten nicht nur, sie begrenzen auch. Wenn ich Lernen z. B. psychologisch als Verhaltensänderung aufgrund bewusst gemachter Erfahrungen definiere, schließe ich damit un- und vorbewusste Prozesse aus. Doch wenn ich diese ausschließe, müsste ich nicht ersteinmal das eine vom anderen abgrenzen, damit ich wirklich weiß, auf welche Erfahrungen ich mich beziehe? Und bin ich dann noch beim Thema Lernen?[2] [weiterlesen] 

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