• In der Psychologie ist Lernen eins der zentralen Themen. Aber die Frage, was gelernt wird (oder werden soll) und wie dies geschieht, bleibt keineswegs auf die Psychologie beschränkt: Letztlich finden sich Diskussionen hierzu in vielen benachbarten Disziplinen, natürlich in der Pädagogik, aber ebenso in der Soziologie und der Philosophie. Mit Zunahme der technischen Möglichkeiten in der Gehirnforschung liefern auch die Neurowissenschaften verstärkt Beiträge zum Thema. Jede wissenschaftliche Disziplin, die Lernprozesse untersuchen möchte, kommt jedoch früher oder später in die Verlegenheit, zunächst den Begriff des Lernens definieren zu müssen. Je nach Blickwinkel und theoretischer Ausrichtung weisen diese Definitionen eine erstaunliche Vielfalt an notwendigen Bedingungen auf, also an Merkmalen, die zwingend vorliegen müssen, damit etwas im Sinne der Definition als "Lernen" gelten kann.[1] Aber Definitionen - und seien sie noch so variantenreich - beleuchten nicht nur, sie begrenzen auch. Wenn ich Lernen z. B. psychologisch als Verhaltensänderung aufgrund bewusst gemachter Erfahrungen definiere, schließe ich damit un- und vorbewusste Prozesse aus. Doch wenn ich diese ausschließe, müsste ich nicht ersteinmal das eine vom anderen abgrenzen, damit ich wirklich weiß, auf welche Erfahrungen ich mich beziehe? Und bin ich dann noch beim Thema Lernen?[2] [weiterlesen] 

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